Wissenswertes

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Infektabwehr in der naturheilkundlichen Praxis

 

Was ist eigentlich Infektabwehr?

Infektabwehr bedeutet allgemein, dass der Körper mit Hilfe der Immunabwehr auf solche Weise auf das Eindringen eines Erregers reagiert, dass eine Krankheit gar nicht zum Ausbruch kommt oder diese nur zu einem leichten und kurzen Verlauf führt.

Die meisten Infekte sind viral, dazu zählen die gewöhnlichen Erkältungskrankheiten wie Schnupfen, Infekte der Atemwege, Influenza, Schweinegrippe, Vogelgrippe, etc. - und eben auch COVID 19.

In diesem Artikel möchte ich auf relevante Mittel und Behandlungsmöglichkeiten der Naturheilkunde für die kurz- und langfristige Infektabwehr hinweisen.

 


1. Cistrose (Cystus Incanus)

Das wohl wichtigste und zuverlässigste Mittel zur Infektabwehr ist die Cistrose (Cystus Incanus). Die Inhaltsstoffe der Pflanze legen einen Film über die Mundschleimhaut, welcher das Eindringen der Viren in die Zelle verhindert. Die Schlüsselfunktion des Virus passt dann einfach nicht mehr zu unserer menschlichen Epithelzelle und die Krankheitserreger werden inaktiv. Um eine zuverlässige Wirkung zu erzielen, ist es aber wichtig, dass man die Cistrose richtig anwendet.


Anwendung:

Die Cistrose wirkt präventiv (also vorbeugend) und akut. Sie dient einerseits als natürlicher Schutzschild bei erhöhtem Infektionsrisiko (Systemrelevante Berufe, Bahnfahrten, Kontakt zu erkrankten Familienangehörigen, etc.), andererseits wirkt sie krankheitsabwehrend bei ersten Symptomen einer viralen Infektion, wie Kribbeln in der Nase, erste Anzeichen von Halsschmerzen, Frösteln u.ä.
Um eine zuverlässige Wirkung zu erzielen, ist es deshalb wichtig, den Schutzfilm der Cistrose in der Mundschleimhaut aufrecht zu erhalten. Dies bewirken wir mit einer engmaschigen Einnahme, was jedoch nur bei absolutem Beginn der Infektion Sinn macht. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, dann ist die Cistrose nicht mehr erstes Mittel der Wahl zur Krankheitsbekämpfung, dennoch vermag sie den Krankheitsverlauf zu verkürzen.


Tabletten:

Präventiv:
1-6 Tabletten täglich im Mund zergehen lassen.

Akut:
Nahezu permanent eine Tablette im Mund zergehen lassen, über Nacht 2 Tabletten in die Wange legen. Bis die Krankheitssymptome abgeklungen sind.


Tee:

Alle halbe Stunde einige Schlucke trinken, im Mund behalten und gurgeln.
Der Tee kann auch gesüßt getrunken werden.


Sirup:

Speziell für Kinder:
4 mal täglich 1 Esslöffel (EL)


Spray:

Mehrmals täglich einige Sprühstösse in den Rachen.


Die Cistrose bildet einen Schutz durch physikalische Barrierebildung auf den Rachenschleimhäuten. Deshalb geht es darum den Tee oder die Tabletten lange im Mund zu behalten, es geht nicht darum sie schnell zu schlucken!


Produkte:

Tabletten: z.B. Dr. Pandalis (Apotheke, Rossmann), Sanotakt (DM)
Tee: z.B. Dr. Pandalis (Apotheke, Rossmann), Salus (Apotheke)
Sirup: Dr. Pandalis (Apotheke)

 

2. Vitamin C

Über die Wirkung von Vitamin C in Bezug auf SARS-CoV-2 bzw. COVID 19 gibt es bereits mehrere Studien weltweit, die auf eine Wirksamkeit hinweisen. Vitamin C wirkt, wie In-vivo-Studien nachgewiesen haben, auf mehrere pathophysiologische Prozesse einer viralen Infektion. Diese Gegebenheiten sollten uns dazu veranlassen, in dieser Pandemiezeit prophylaktisch Vitamin C einzunehmen.


Anwendung:

Täglich 100–200 mg zur Prophylaxe
Bis zu 10 g pro Tag bei akuten Infekten

Ältere, gefährdete oder Personen, bei denen ein akutes Infektionsgeschehen vorliegt, sollten über den Tag verteilt grammweise Vitamin C - bis zu 10 g/Tag - einnehmen.

Die Anwendung kann oral oder als Infusion erfolgen.

Der positive Synergismus von Ascorbinsäure und Bioflavonoiden spricht für die Einnahme von organischen, also natürlichen Vitamin-C-Präparaten, wie beispielsweise der Acerola Kirsche.


Produkte:

Kapseln: z.B. Vitamin C Acerola Extrakt von Feel Natural.

 

3. Artemisia Annua (der einjährige Beifuß)

Die Artemisia Annua ist eine Heilpflanze, die in der Malaria-Behandlung eine wichtige Rolle spielt. 2015 wurde diese Entdeckung mit dem Nobelpreis der Medizin ausgezeichnet. Des weiteren gilt der Inhaltstoff Artemisin als krebsfeindlich und ist Bestandteil vieler Studien dieser Fachrichtung.

Die Wirkstoffe der Pflanze haben aber auch ihre Wirksamkeit im Kampf gegen Viren bewiesen. In einer Studie vom November 2018 stellt der deutsche Forscher Thomas Efferth fest, dass es gute Beweise, in vitro und in vivo, für die positive Wirkung von Artemisin und seinen Derivaten gegen bestimmte DNA-Viren gibt. Der Wirkmechanismus von Artemisia Annua ist bis heute nicht gänzlich geklärt, doch zählt die Pflanze in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) schon lange zu den wichtigen Mitteln bei viralen, fieberhaften Infekten. Außerdem weist sie dazu entzündungshemmende und immunmodulatorische Effekte auf, die für die Behandlung von COVID 19 von Bedeutung sein könnten. In Madagaskar zählt das Beifuß-Gewächs zu den wichtigen Inhaltstoffen der pflanzenheikundlichen Mischung zur Behandlung von COVID 19, die bereits für Schlagzeilen sorgte.


Anwendung:

Tee:

Niedrige Dosierung: 1 gehäufter Teelöffel mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und 15 Min. ziehen lassen, einmal täglich trinken.

Starke Dosierung: bis zu 4 gehäufte Teelöffel des getrockneten Krautes mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen, mindestens 15 Min. ziehen lassen und über den Tag verteilt trinken.


Tinktur:

1 bis 3 mal täglich 15 bis 20 Tropfen


Produkte:

Tee aus der Apotheke oder Tinktur z.B. von Adaptonics

 


4. Shufeng Jiedu (TCM Traditionelle chinesische Medizin)

Aktuell feiert eine traditionelle Heilpflanzenrezeptur aus China vielbeachtete Erfolge gegen virale Atemwegsinfektionen. Im August 2020 von der WHO publizierte Studien beschreiben in zehn Studien die Wirksamkeit der Traditionellen Chinesischen Medizin bei der Behandlung von COVID 19, hervorgehoben ist dabei die der Shufeng-Jiedu-Kapsel.

Eine umfangreiche Studienzusammenfassung zeigt, dass Shufeng-Jiedu-Kapseln Entzündungen und immunregulatorische Aktivität bei akuten Lungenverletzungen, die eine wichtige körperliche Reaktion auf COVID 19 sind, wirksam vermindert. Darüber hinaus zeigte die Kräuterrezeptur in klinischen Studien vielversprechende Wirkungen für die Behandlung von COVID 19.
Die TCM-Kräuterrezeptur ist über die Bahnhof Apotheke in Kempten verfügbar!


Anwendung:

Kapseln: Einnahme nach Absprache mit dem Apotheker
Grundlegende Stärkung des Immunsystems

Zur Stärkung der Abwehrkräfte wird außerdem zur längerfristigen Einnahme empfohlen:

Vit D: 10.000 IE täglich,
Vit C: 100 mg bis 200 mg täglich,
Vit A: ca. 1 mg täglich,
Omega 3: nach Packungsangabe,
Zink: ca. 6 mg täglich,
Selen: 70 µg (Mikrogramm) täglich.

 

Abschließender Hinweis bei einer fieberhaften Erkrankung

Sollte es dennoch zu einem fieberhaften Infekt kommen, so wird empfohlen, das aufkommende Fieber vorerst nicht mit Medikamenten zu unterdrücken, um der Immunantwort nicht „dazwischen zu funken“. Hier gilt dann: Schwitzen und mit Wadenwickel kühlen. Im längeren Verlauf einer fieberhaften Erkrankung spricht allerdings nichts gegen das punktuelle Senken von Fieber, um z.B. den Schlaf zu fördern.

 


Für die Richtigkeit der Angaben kann die Autorin keine Gewähr übernehmen. Die Informationen ersetzen im akuten Krankheitsfall keinesfalls einen Besuch beim Arzt.


Dieser Artikel wurde von Regina Sadika Schuster (Heilpraktikerin) verfasst.